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Abstand zu sich und der erlebten Wirklichkeit gewinnen
Die Griechen bevorzugten es, Probleme kontrovers zu durchdenken und von daher zu
Lösungen zu gelangen. Gundert(3) bringt dafür überzeugende Beispiele: ,,(...)Sophokles und Euripides: die Menschen so wie sie sein sollen oder so wie sie sind, Demokrit und Platon: materiell-kausales oder mathematisch-teleologisches Verständnis
der
Welt; die Sophisten und Thukydides auf der einen, Platon und Aristoteles auf der anderen Seite: Moral als Ergebnis gegenseitiger Furcht oder als ursprünglicher Sinn der
Gemeinschaft: das sind elementare Alternativen, modellhaft formuliert, die uns um so
mehr herausfordern, als noch keine von ihnen aus der Welt geschafft ist."- Es muß
hier nicht weiter belegt werden, daß die antithetisch-dialektische Denkstruktur nicht
nur autorenübergreifend, sondern vor allem auch innerhalb eines Werkes geradezu ein
Stil- und Denkprinzip ist. Eine solche kontroverse Betrachtungsweise von Problemen
trifft auf das Bedürfnis von Jugendlichen nach Klarheit, Objektivität und Spannung.
Sie lernen, eine Sache von zwei Seiten aus zu betrachten, zwischen ihnen abzuwägen
und differenziert auch in Bezug auf die Probleme der Gegenwart zu denken. Darüberhinaus bekommen sie nicht das Gefühl vermittelt, fremdbestimmt zu werden, sondern
sich ein eigenes Urteil bilden zu können.
Mythos und Logos - zwei zentrale kategoriale Denkweisen der Griechen
An den Küsten des Lichts: Das Streben der Griechen nach dem ,,Schönen"Dr. Werner Meincke
Lüneburg, 19.Juli 1999
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Autor: Dr. Werner Meincke, Web: Kai Lorenz Freund Abi 99, Ruth Bechstedt
Datum: Juli 99. Letzte Änderung am
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